Was ich aus einem Stärken-Workshop mit Jugendlichen gelernt habe
Manchmal sind es genau die Erfahrungen außerhalb der gewohnten Zielgruppe, die uns am meisten lehren.
So ging es mir bei einem Stärken-Workshop mit Jugendlichen ab 14 Jahren im Rahmen der Schülerarbeitswoche (SAW) am St. Benno-Gymnasium Dresden.
Für mich war es eine doppelte Premiere:
👉 meine erste intensive Arbeit mit dieser Altersgruppe
👉 und gleichzeitig der erste Praxiseinsatz der PowerUp Cards mit Jugendlichen
Was ich dabei erlebt habe, war überraschend, berührend – und ausgesprochen ermutigend.
Ein vorsichtiger Start – und dann: Bewegung 🎯
Der Einstieg war zunächst geprägt von dem, was viele aus dem Schulkontext kennen:
zurückhaltende Körperhaltung, abwartende Blicke, wenig Initiative. Klassische Unterrichtsrolle.
Doch das änderte sich schneller als gedacht.
Ein kurzes Kahoot-Quiz wirkte wie ein Türöffner:
Plötzlich waren Ehrgeiz, Lachen, Diskussionen und echtes Engagement im Raum.
Ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig spielerische Elemente sind – gerade, wenn es um Persönlichkeitsentwicklung geht.
Das Herzstück des Workshops: das persönliche Stärkenporträt 🎨
Im Zentrum des Workshops stand die Arbeit am individuellen Stärkenporträt.
Die Jugendlichen setzten sich intensiv mit ihren eigenen Talenten auseinander – nicht abstrakt, sondern ganz konkret:
- Welche Stärken habe ich?
- Wo habe ich sie in meinem Alltag erlebt?
- Wie habe ich mich dabei gefühlt?
Durch das Visualisieren, das Erzählen und das Verknüpfen mit echten Situationen entstand etwas sehr Wertvolles:
Stärkenbewusstsein.
Das bin ich.
Das kann ich.
Und so fühlt sich das an.
Die entstandenen Porträts waren kreativ, persönlich und erstaunlich reflektiert.
Man konnte regelrecht beobachten, wie sich Selbstwahrnehmung und Stolz entwickelten – ganz ohne Bewertung oder Vergleich 🧠💚
Ein Gespräch, das geblieben ist ❤️
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Gespräch mit einem Jugendlichen aus der 11. Klasse.
Er brachte viele soziale Talente mit – und gleichzeitig die Erfahrung, dass genau diese im Alltag auch anecken können.
Wir sprachen darüber, wie wichtig es ist, die eigenen Stärken offen zu benennen, auch wenn sie nicht immer nur bequem für andere sind.
Nicht als Rechtfertigung, sondern als Teil der eigenen Identität:
„Das gehört zu mir.“
Ein leiser, aber sehr kraftvoller Moment.
Meine wichtigsten Learnings aus dem Workshop 📌
Diese Tage haben mir einiges sehr klar vor Augen geführt:
- Jugendliche wollen ernst genommen werden – nicht bewertet
- Lockerheit und Kreativität sind entscheidend, um echte Gespräche zu ermöglichen
- Stärkenarbeit wirkt, weil sie nichts mit Noten, Defiziten oder Vergleichen zu tun hat
- Diese Generation ist deutlich reflektierter, als ihr oft nachgesagt wird
Vor allem aber:
Die Leichtigkeit, mit der Jugendliche an sich selbst herangehen können, ist etwas, von dem wir Erwachsenen uns ruhig mehr abschauen dürfen 🌱
Zum Schluss noch zwei wichtige Hinweise 🙌
👉 Das komplette Workshop-Konzept sowie die Vorlage für das Stärkenporträt stehen im
PowerUp Club unter 👉 https://powerupcards.de/ allen Interessierten zur Verfügung.
👉 Und ein ganz persönliches Dankeschön geht an meine Tochter Josepha:
für ihre Unterstützung, ihre klugen Ideen und ihr feines Gespür für die Bedürfnisse der Jugendlichen 💛
